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intro kTour 06/2018
Pfingsten im Elbsandsteingebirge oder: Der kleine und der große Wahnsinn

Wenn ich hier vom kleinen Wahnsinn spreche, ist das übertrieben. Sicher wären die Begriffe Freude und Überraschung besser. Wenn ich hier aber vom großen Wahnsinn spreche, ist das untertrieben. Ganz sicher wäre hier das Wort Irrsinn treffender.
Egal, die Überschrift klingt ganz gut (oder?) und irgendwie trifft sie auch zu – am Pfingstsonntag im Elbsandsteingebirge.

Almuth hat Blut geleckt. Nachdem das Kletterjahr bestens angelaufen ist, sie immer sicherer wird und natürlich unsere Seilschaft durch Aktionen wie am Prinz Karneval immer besser zusammenwächst, wollte sie auch Pfingsten wenigstens einen Tag klettern. Oje, Pfingsten ins Elbsandsteingebirge!
Andererseits: warum nicht und wenn ja, dann machen wir es mal ganz „pervers“: Bielatal!

Überraschenderweise bekamen wir um 9:15 Uhr noch einen sehr guten Parkplatz, standen wenig später am Zauberberg. Almuth hatte sich hier die Kleine Geigelei, V, gewünscht.
Die Morgenstimmung war herrlich, bis auf zwei Boofer, die gerade am Gehen waren, waren wir allein … aber nur wenige Minuten!  Dann ging es los! Besser hätte es keiner inszenieren können: es kamen nicht ein oder zwei andere Seilschaften – es kam ein ganzer Kletterverein! Binnen weniger Minuten glich der Bereich am Felsfuß einem Feldlager, Decken, Seile, Picknickkörbe, Kinder – Menschen über Menschen!
Zum Glück hatten wir uns den Alten Weg zum Warmwerden reserviert, hatten, noch bevor wir abseilen konnten, die nächste Seilschaft „im Nacken“ und eigentlich wollte ich weiterziehen, denn derart viele Zuschauer verträgt Almuth nicht! Die Kleine Geigelei läuft ja nicht weg!
Aber es kam Überraschung Nr. 01 des Tages: nein, wir probieren es, meinte sie!  Und erfolgreich saßen wir trotz zahlreicher Zuschauer bald wieder auf dem Gipfel. Bei der Freude über den Erfolg war es uns egal, gefühlt Nummer zehn an der Abseile zu sein.

Morgens um 10 Uhr auf dem ersten Gipfel des Tages, dem Zauberberg Einstieg in die Kleine Geigelei, V, am Zauberberg Almuth legt eine Sicherung an der Schlüsselstele des Alten Weges am Wiesenkopf Abseilfahrt vom Wiesenkopf nach dem ersten Vorstieg des Tages

Überraschung Nr. 02 folgte nur wenig später am Wiesenkopf. Hier hatte sich die Wartezeit in Grenzen gehalten und Almuth stieg problemlos und ohne zu zögern den Alten Weg vor. Zwar „nur“ eine I, aber vor zwei Jahren war sie hier noch umgekehrt!
Später am Mittleren und Südlichen Wiesenstein kam es ganz dick: Almuth wollte den Alten Weg II am Südlichen Wiesenstein vorsteigen. Den Weg kannte ich nicht, er war aus der Scharte auch nicht einsehbar … aber warum nicht, irgendwann muss jeder es wagen dürfen!
Unser „Berg heil“ auf diesem Gipfel war dann ein ganz besonderes: Almuths erster Vorstieg in einer allen unbekannten und uneingesehenen Route! Super!

Damit hatten wir gegen 14 Uhr nicht nur vier Gipfel und fünf Wege, sondern für Almuth auch drei großartige Erfolge, die ihren Kletterfortschritt mehr als deutlich machen – der kleine Wahnsinn des Tages!

Und jetzt kommt der große:
Wir stiegen zur Daxensteinbaude ab, um etwas zu essen und zu trinken. Dort angekommen dachten wir, wir wären im falschen Film!  Der Bereich um die Baude glich einem Heerlager, die Schlange am Kiosk schien unendlich! Es war Wahnsinn! Und es blieb Wahnsinn, als wir uns entschlossen hatten, das Bielatal zu verlassen und noch eine Tour im Kirnitzschtal zu wagen.  Die Fahrt aus dem Bielatal war wie eine Fahrt durch eine Fußgängerzone, in Bad Schandau stauten sich die Fahrzeuge in alle Richtungen, es ging nur in Schrittgeschwindigkeit voran. Erst nach dem Lichtenhainer Wasserfall kehrte halbwegs Normalität ein.

Bald waren wir am Tagesfinale, der Kleinsteinwand. Auch hier hatte Almuth vor etwa zwei Jahren abgewinkt, heuer saßen wir (auch hier trotz zahlreicher Zuschauer) bald auf dem Gipfel und genossen den abendlichen Blick in die hintere Sächsische Schweiz, die begonnen hatte, zur Normalität zurück zu kehren.

Almuth stolz nach ihrem ersten echten Vorstieg auf dem Gipfel des Südlichen Wiesensteins Natürlich wird da auch dieser ganz besondere Gipfelbucheintrag festgehalten ;) Fachsimpelei über die Gipfel, die man von hier erkennen kann Blick vom südlichen Wiesenstein zum Großvaterstuhl

Stilleben auf dem Gipfel der Kleinsteinwand Abseilen von der Kleinsteinwand ... hier eine Herausforderung Abseilfahrt in die Kleinsteinhöhle an der Kleinsteinwand Immer wieder ein tolles Fotomotiv, das Ende der Abseile in der Höhlung

Mit einer der für mich schönsten Abseilfahrten des Gebirges vom Gipfel der Kleinsteinwand in die Kleinsteinhöhle beendeten wir einen weiteren tollen Tourentag, nahmen den kleinen Wahnsinn, die Freude, die Überraschungen mit nach Hause und ließen den großen Wahnsinn, den Irrsinn der Menschenmassen. einfach hinter uns im Gebirge zurück.
Wenn wir wiederkommen, sind auch die weg – bis nächstes Jahr Pfingsten! Vermutlich weiß die Mehrheit nicht, dass man auch an anderen Tagen im Jahr in dieses herrliche Fleckchen Erde reisen kann ;)

Empfohlene Links Elbsandsteingebirge

 

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