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Rabentürmchen GipfelTour 04/214
Faultier in Sachsen gesichtet,und der Klettervirus lacht!

Also nur um es klarzustellen - die Bezeichnung "Faultier" hat nichts mit den auf dem Foto links abgebildeten Personen zu tun.

Aber den Beiden rechts ist es am 15.06.2014 - im Rückblick auf einen tollen Klettertag - sehr sehr gut gegangen, weil das anwesende Faultier, gemeinsam mit mir, eben diesen Beiden zu ihren ersten echt gekletterten Sachsegipfeln verholfen hat.
Von steilen Wänden bis hin zu richtig schindigen Sachsenkaminen war alles dabei und wurde alles gemeistert!

Faultier am Großen LorenzsteinDu willst die Auflösung? Hier ist sie: Bergfreund Wiese in einer etwas ungewöhnlichen Ruhestellung an der schmalen Westseite des großen Lorenzsteines, hoch über dem Tal des Kleinen Zschands. Hier erholt er sich von seinem Einsatz als Kletterlehrer und dem Nervenkitzel, sich in einer für Neueinsteiger etwas „ungewöhnlichen“ Abseilpiste wiedergefunden zu haben.

Nachdem Roberto wenige Wochen zuvor nach seinem kühnen Sprung auf den Rübezahlturm das erste Mal in seinem Leben ein Gipfelbuch in den Händen halten und mutig abseilen durfte, war er fest im Griff eines Wesens, von dem man sich fernhalten sollte: dem Klettervirus! Er zieht einen raus, er treibt einen hoch, er verändert das bisherige Leben und duldet nur selten einen Widerstand! So haben wir mit Wiese die Anfrage nach einem echten Klettertag im Elbi nur zu gern angenommen. Auch Almuth, die sich vermuteter Höhenängste zum Trotz über die Häntzschelstiege gekämpft hatte, wollte es wenigstens mal probieren.

Basislager Rabentürmchen 1855 Rabentürmchen Alter Weg 1856 Rabentürmchen Gipfel 1857 Rabentürmchen Wildensteiner Gebiet 1858

Am Morgen des 15.06.2014 standen wir gemeinsam, die beiden wie aus einem Kletterkatalog ausgeschnitten in niegelnagelneuer Ausrüstung, wir in unseren abgeschabten Schlotten, am Fuße des Rabentürmchens, dem für meine Begriffe idealsten Felsen für Kletteranfänger im ganzen Gebirge.
Gleich zweimal ging es auf und ab an diesem Gipfel. Roberto legte im zweiten Gang gleich seinen ersten Vorstieg hin, seilte ohne fremde Hilfe ab – was sich wenig später als „Bloß gut!“ herausstellen sollte - und selbst die anfangs ängstliche Almuth fand plötzlich Spaß an diesem Spiel.

 Großer Lorenzstein Schweineschlucht 1859 Großer Lorenzstein seilfrei 1860 Großer Lorenzstein Gipfel 1861 Großer Lorenzstein Abseilpiste 1862

Ein Augenzwinkern zwischen Wiese und mir: jetzt zeigen wir den beiden einmal, was „richtiges“ Sachsenklettern ist – Kamin! Es ging solo (wie sollte man da auch sinnvoll sichern) durch die Schweineschlucht auf den Großen Lorenzstein. Ein Riesenspaß! Für Almuth und mich gab es den gleich noch einmal im Abstieg, denn die Abseile in eine etwa 50 m hohe senkrechte Wand war (noch) nichts für sie. Wiese und Roberto aber wollten es wagen – und schafften es natürlich, warum auch nicht! Die Frage nach dem „Warum auch nicht“ steht trotzdem: denn als Wiese den Gipfel verlassen und mitten in der Wand angekommen war, war klar, dass hier Stand gemacht und eine weitere Abseillänge gefahren werden musste. Schnell war für ihn die besondere Logistik einer solchen Situation realisiert. Aber oben stand Roberto, allein, bei seiner erst vierten Abseile. „Wie war das mit der Abseilacht?! Hmm, vorhin sah das aber anders aus!“ Wieses belehrende Worte schallten durch die Wand, Roberto war so clever, an unseren Sicherheitsscheck zu denken, mir hat es im Nachhinein den Atem verschlagen. Da waren wir wohl etwas leichtsinnig, Gegenkontrolle oben wäre dringend angezeigt gewesen.
Aber zum Glück ist alles gut gegangen!
Das Siegesbierchen schmeckte umso mehr, während Wiese eben zum Faultier wurde und etwas ungewöhnlich im Basislager herum lungerte ;)

 Pfad zum Kleinen Lorenzstein 1863 Kleiner Lorenzstein Alter Weg 1864 Kleiner Lorenzstein Alter Weg Almuth Dictus 1865 Kleiner Lorenzstein Alter Weg Gipfel 1866

Kleiner Lorenzstein Alter Weg Gipfelbuch 1867 Kleiner Lorenzstein Alter Weg Abseilöse 1868 Kleiner Lorenzstein Alter Weg zurückklettern 1869 Kleiner Lorenzstein Alter Weg Gruppenfoto 1870

Tagesfinale wurde schließlich eine kleine Steigerung in der Kaminklettertechnik, nämlich im etwas schinderischen Alten Weg auf den Kleinen Lorenzstein. Hier differenziert Schmerz zwischen sauberer und unsauberer Technik. Keine Ahnung, wer von uns mehr oder weniger davon hatte. Auch hier rauschten Wiese und Roberto am Seil ins Tal, für Almuth aber war die nervliche Belastungsgrenze erreicht. Sicherlich auch wegen der zahlreichen Zuschauer und der plärrenden Kinder (warum verbietet man im Nationalpark Pfade und Gipfel, aber Kinder dürfen brüllen – und ich meine brüllen, nicht normale Geräusche, die Kinder eben von sich geben - dass jeder Auerhahn an Suizid denkt) am Wandfuß: diese Abseile trieb ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken.
Nun, warum einfach, wenn es auch schwer geht. Und so rutschten wir genüsslich abwärts durch den Kamin zu Roberto und Wiese, die am Kaminausgang und damit am Ende eines sehr sehr schönen Klettertages schon auf uns warteten.

Und der Klettervirus biegt sich vor lachen!

Bilder dieses Beitrages stammen auch von Roberto Schulz und Dirk Wiesner

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