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intro lorenz mittelTour 04/214
Faultier in Sachsen gesichtet,und der Klettervirus lacht!

Also nur um es klarzustellen - die Bezeichnung "Faultier" hat nichts mit den auf dem Foto links abgebildeten Personen zu tun.

Aber den Beiden rechts ist es am 15.06.2014 - im Rückblick auf einen tollen Klettertag - sehr sehr gut gegangen, weil das anwesende Faultier, gemeinsam mit mir, eben diesen Beiden zu ihren ersten echt gekletterten Sachsegipfeln verholfen hat.
Von steilen Wänden bis hin zu richtig schindigen Sachsenkaminen war alles dabei und wurde alles gemeistert!

faultier-kleinDu willst die Auflösung? Hier ist sie: Bergfreund Wiese in einer etwas ungewöhnlichen Ruhestellung an der schmalen Westseite des großen Lorenzsteines, hoch über dem Tal des Kleinen Zschands. Hier erholt er sich von seinem Einsatz als Kletterlehrer und dem Nervenkitzel, sich in einer für Neueinsteiger etwas „ungewöhnlichen“ Abseilpiste wiedergefunden zu haben.

Nachdem Roberto wenige Wochen zuvor nach seinem kühnen Sprung auf den Rübezahlturm das erste Mal in seinem Leben ein Gipfelbuch in den Händen halten und mutig abseilen durfte, war er fest im Griff eines Wesens, von dem man sich fernhalten sollte: dem Klettervirus! Er zieht einen raus, er treibt einen hoch, er verändert das bisherige Leben und duldet nur selten einen Widerstand! So haben wir mit Wiese die Anfrage nach einem echten Klettertag im Elbi nur zu gern angenommen. Auch Almuth, die sich vermuteter Höhenängste zum Trotz über die Häntzschelstiege gekämpft hatte, wollte es wenigstens mal probieren.

Ein Hochgenuss am Fuße des Rabetürmchens. Nein, nein, nicht, weil ich eine fremde Frau anfassen darf, sondern weil die beiden mit niegelnagelneuer Ausrüstung antreten - und wer packt nicht gerne neue Sachen aus ;) Was für uns erfahrene Kletterer ein Spaziergang ist, ist für Neulinge meist ein Nervenkitzel. Hier Almuth im Alten Weg am Rabentürmchen - von oben und unten fürsorglich betreut - der Beweis folgt auf dem nächsten Bild. Und hier der Beweis von oben: Wiese sichert und Roberto, der wenig später hier seinen ersten Vorstieg macht, gibt moralischen Beistand. Wie auch immer - jeder musste aus eigener  Kraft auf den Gipfel - und stolz sitzen die Sachsenneulinge unter uns alten Hasen ;)

Am Morgen des 15.06.2014 standen wir gemeinsam, die beiden wie aus einem Kletterkatalog ausgeschnitten in niegelnagelneuer Ausrüstung, wir in unseren abgeschabten Schlotten, am Fuße des Rabentürmchens, dem für meine Begriffe idealsten Felsen für Kletteranfänger im ganzen Gebirge.
Gleich zweimal ging es auf und ab an diesem Gipfel. Roberto legte im zweiten Gang gleich seinen ersten Vorstieg hin, seilte ohne fremde Hilfe ab – was sich wenig später als „Bloß gut!“ herausstellen sollte - und selbst die anfangs ängstliche Almuth fand plötzlich Spaß an diesem Spiel.

 Wiese in der Schweineschlucht, einem der leichtesten aber mit Sicherheit auch einer der lustigsten Wege auf den Großen Lorenzstein. Klassisches sächsisches Bergsteigen. Das vorherige Bild hier von hinten gesehen - aufgenommen von Roberto beim Durchsteigen der Schweineschlucht. Wiese und Roberto am Gipfelbuch des Großen Lorenzsteins - das Blitzlicht lässt hier die Belaubung wie einen Kunstrahmen erscheinen, Überrschung beim Ansehen des Fotos ;) Roberto in der zweiten Abseillänge der Abseilpiste des Großen Lorenzsteines - für die erst vierte Abseile seines Lebens eine echte Herausforderung für die Moral.

Ein Augenzwinkern zwischen Wiese und mir: jetzt zeigen wir den beiden einmal, was „richtiges“ Sachsenklettern ist – Kamin! Es ging solo (wie sollte man da auch sinnvoll sichern) durch die Schweineschlucht auf den Großen Lorenzstein. Ein Riesenspaß! Für Almuth und mich gab es den gleich noch einmal im Abstieg, denn die Abseile in eine etwa 50 m hohe senkrechte Wand war (noch) nichts für sie. Wiese und Roberto aber wollten es wagen – und schafften es natürlich, warum auch nicht! Die Frage nach dem „Warum auch nicht“ steht trotzdem: denn als Wiese den Gipfel verlassen und mitten in der Wand angekommen war, war klar, dass hier Stand gemacht und eine weitere Abseillänge gefahren werden musste. Schnell war für ihn die besondere Logistik einer solchen Situation realisiert. Aber oben stand Roberto, allein, bei seiner erst vierten Abseile. „Wie war das mit der Abseilacht?! Hmm, vorhin sah das aber anders aus!“ Wieses belehrende Worte schallten durch die Wand, Roberto war so clever, an unseren Sicherheitsscheck zu denken, mir hat es im Nachhinein den Atem verschlagen. Da waren wir wohl etwas leichtsinnig, Gegenkontrolle oben wäre dringend angezeigt gewesen.
Aber zum Glück ist alles gut gegangen!
Das Siegesbierchen schmeckte umso mehr, während Wiese eben zum Faultier wurde und etwas ungewöhnlich im Basislager herum lungerte ;)

 Wirrwar beim Wechsel vom Großen zum Kleinen Lorenzstein - Almuth war mutig in eine Schlucht abgestiegen, aus der es nur einen guten Weg gab - nämlich wieder nach oben ;) So muss es beim Sachsenklettern sein - eng, schindig, schweißtreibend .... Wiese im Alten Weg des Kleinen Lorenzsteins, der gerade im Einstieg etwas sehr unangenehm ist. Weiter oben wird es dann aber deutlich gemütlicher, da macht auch den unerfahrenen Kaminkletterern diese Schinderei plötzlich wieder Spaß. Gipfelbuchstudium am Tagesfinale - naja - fast Finale, denn eine kleine ZUgabe kommt noch.

Die exponierte Lage und die Größe der Lorenzsteine, hier auf dem Gipfel des kleinen, bietet tolle Fernsichten in und über das Elbsandsteingebirge. Roberto seilt vom Kleinen Lorenzstein ab - deutlich gemütlicher als vom großen, deutolich sicherer - und das eigentliche Finale findet nebenan statt ;) Downhill durch den Kamin des Alten Weges vom Kleinen Lorenzstein. Almuth wollte nicht abseilen, also musste es wieder durch die enge Schlotte gehen. Eigentlich gut so, denn so lernt man die Kamintechnik umso besser - ein tolles Finale ;) Das Finale dieses Bildberichtes aber soll dieses Foto sein: unser tolles Team vom 15. Juni 2014 am Fuße des Rabentürmchens beim Gipflebier für den ersten sächsischen Klettergipfel - herzlichen Glückwunsch - und danke für Euer Dankeschön später im Gasthaus Waldhaus in Sebnitz ;)

Tagesfinale wurde schließlich eine kleine Steigerung in der Kaminklettertechnik, nämlich im etwas schinderischen Alten Weg auf den Kleinen Lorenzstein. Hier differenziert Schmerz zwischen sauberer und unsauberer Technik. Keine Ahnung, wer von uns mehr oder weniger davon hatte. Auch hier rauschten Wiese und Roberto am Seil ins Tal, für Almuth aber war die nervliche Belastungsgrenze erreicht. Sicherlich auch wegen der zahlreichen Zuschauer und der plärrenden Kinder (warum verbietet man im Nationalpark Pfade und Gipfel, aber Kinder dürfen brüllen – und ich meine brüllen, nicht normale Geräusche, die Kinder eben von sich geben - dass jeder Auerhahn an Suizid denkt) am Wandfuß: diese Abseile trieb ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken.
Nun, warum einfach, wenn es auch schwer geht. Und so rutschten wir genüsslich abwärts durch den Kamin zu Roberto und Wiese, die am Kaminausgang und damit am Ende eines sehr sehr schönen Klettertages schon auf uns warteten.

Und der Klettervirus biegt sich vor lachen!

Bilder dieses Beitrages stammen auch von Roberto Schulz und Dirk Wiesner

Empfohlene Links Elbsandsteingebirge

 

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