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190Tour 19/2008
15. und 16. November 2008
Polizeiruf - Schnapszahl - Feuerwehr

November ist wirklich kein typischer Monat für die Felskletterei im Elbsandsteingebirge. Nässe, Kälte, Nebel — der Winter steht vor der Tür! Gleichwohl hatten wir gemeinsam mit Steffen Große bei unserer Rathentour im Oktober das Wochenende 15./16.11.2008 optimistisch fest ins Auge gefasst. Und dieser Optimismus wurde belohnt, denn es wurde völlig überraschend das bisher qualitativ anspruchvollste Wochenende meiner gesamten Kletterzeit.

„Schuld" daran war Heiko Baumgard, ein Kumpel Steffens aus dem Kreis seiner Berliner Kletterfreunde, der unser Team erstmals vervollständigt hatte. Nun, und Heiko, mit dem man wohl Pferde oder noch besser Felsen stehlen kann, klettert in nicht nur einer Liga höher, als wir. Wenn man da in den Sog gerät ...
Auf der Hinfahrt war noch diskutiert worden, wo denn nun eigentlich geklettert werden sollte. Nachdem wir uns auf Rathen geeinigt hatten, glitt Heiko bei der Fahrt durch Struppen das Wort „Struppengrundkegel" über die Lippen. Den habe er noch nicht! Aha, ein Gipfeljäger! Also einer von uns ;)
Wenig später ging es über die Südwetskante (V) auf diesen Einzelgipfel, der netter war, als erwartet. Er ist die Nummer 1 im Kletterführer für das Gebiet der Steine und hat neben der Kletterei zwangsläufig zur Diskussion darüber geführt, welche Gipfel man denn da schon gesammelt habe. Schon war Rathen gestrichen, es ging an den Großen Bärenstein. Denn dort hatten wir alle noch einige offene „Reiseziele"

Struppengrundkegel, Alter Weg, IV - eine sehr grüne Angelegenheit Heiko und Steffen auf dem Struppengrundkegel, hinter ihnen, nicht erkennbar, die Landstraße Pirna - Struppen Annäherung an den Knöchel, sein Gipfel wegen seiner schweren Wege für mich unerreichbar … ... es sei denn ... Liebesknochen, VIIIa, am Knöchel - Heiko steigt erstmals diese Klasse vor

Nur kurz nachdem wir in diesem Kletterrevier eingetroffen waren, gab es den Kracher des gesamten Wochenendes: wir standen vor dem Gipfel Knöchel. Unter einer VI ist der nicht zu haben, der Alte Weg bringt es immerhin auf Vlla. Aber Heiko hat sich sofort an einer anderen Route fest gesehen: Liebesknochen, Villa! Machen wir es kurz: mit Bravour saß er nach einigen Experimenten auf dem Gipfel, Steffen und ich haben anschließend öfters im Seil gesessen, aber es dann mehr oder weniger schimpfend, hampelnd und zum Glück mit straffen Seil von oben auch geschafft — und damit die erste ausgestiegene VIlla im Tourenbuch! Danke Heiko!
Das hätte es dann für das gesamte Wochenende sein können, war es aber nicht. Denn anschließend ging es noch auf den Conrad- und den Bärensteinturm und als Tagesfinale auf die Bärensteinnadel. An der hatte sich Heiko in die Variante vom Talweg, eine Reibungs - VIla verliebt, die durch die feuchte Moosauflage besonders „nett" und so richtig „herausfordernd" ausgesehen hatte. Aber auch dieses Teilchen hat er vorgelegt und wir mit Steffen konnten ihm, wenn auch nach diversen Stunts, schließlich auf den Gipfel folgen!Das war ein Samstag. Wir haben nicht weniger gestrahlt als die herrliche Herbstsonne.
Am Sonntag hat es dann allerdings an eben dieser Sonne gefehlt! Beim Frühstück in Mittelndorf prasselte draußen der Regen.

Alter Weg, III, am Bärensteinturm Bärensteinnadel. Talweg, VIIa Bielatal, Stumpfe Keule, Südverschneidung, VII a Auf den letzten Metern der Südverschneiduhng VIIa an der Stumpfen Keule - eine echt tolle Klettertour

Also war Rathen und was auch immer besonders attraktiv gewesen wäre gestrichen. Wenn Klettern überhaupt geht, dann wie immer an solchen Tagen nur im Bielatal. Aber auch dort, wir waren zunächst zu den Wiesensteinen aufgestiegen, war es triefend nass. Zum Glück hatte es längst aufgehört zu regnen, hin und wieder schien die Sonne durch und straffer Wind hatte die Felsen schnell trocknen lassen. Südseitig müsste doch was gehen! Und tatsächlich ging es gegen Mittag durch die Südverschneidung (VIla) auf die Stumpfe Keule und dann —tätärätä — endlich auf den Siebenschläferturm. „Endlich", weil mir dieser Bursche in diesem Bereich des Bielatals noch gefehlt hatte.
Einer anschließenden Blitzbesteigung des Fledermausturms folgte die Ostkante (V) auf den Prometheus und dann die frühe Dunkelheit des Novembers.
Na bitte, klettern geht im November auch!
Ach so, warum heißt dieser Beitrag nun eigentlich „Polizeiruf — Schnapszahl — Feuerwehr"? Ganz einfach: während Steffen an diesem Wochenende seinen 150. Sachsengipfel klettern konnte, waren für Heiko sein 110., 111. und 112. dabei! Und er brachte es damit auf den Punkt, dass er eben den Polizeiruf, eine Schnapszahl und die Feuerwehrufnummer geklettert sei.
Nun, dann freuen wir uns doch gemeinsam auf den weltweiten Notruf, die 911 ;))))

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