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intro-m Der Harzer Hexenstieg
- unsere Version vom Oktober 2012

Als ich nach unserer Rennsteigwanderung 2008 auf der Suche nach einer anderen nahen und guten Mehrtageswanderung auf den Harzer Hexenstieg gestoßen war, wollte ich ihn für uns beinahe sofort verwerfen. Erst 1997 eingerichtet – das konnte doch nur Kommerz, nämlich der Versuch, Touristen in den Harz zu locken, sein.
Als wir dann im Oktober 2012 endlich ein Zeitfenster gefunden und uns auf den Weg gemacht hatten, dachte ich mich auf den ersten Kilometern bestätigt.

Aber weit gefehlt: der Harzer Hexenstieg ist ein herausragender Wanderweg quer durch den Harz, der, wie man bei logo-earthuns sehen kann, selbst bei schlechtem Wetter geht – mehr oder weniger ;-)

Es gibt hier nicht viele allgemeine Worte über den Hexenstieg zu verlieren, das Internet ist voll von Karten, Wanderempfehlungen und Fotos. Nur welche der zahlreichen Weg- und Distanzempfehlungen ist nun die richtige? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten, unsere Tourenbeschreibung soll eine Anregung für den genüsslich orientierten Wanderer sein.
Genüsslich bezieht sich dabei nicht nur auf halbwegs annehmbare Streckenlängen, zumindest überwiegend, vor allem auch darauf, nicht mit Zelt und Schlafsack losziehen zu müssen.
Wir gehen die ca. 100km (Vorsicht: die offiziellen Angaben stimmen nicht immer!) in drei ganzen und zwei halben Wandertagen.

Gesamtübersicht

Die Etappen

 

Strecke

Streckenführung

Quartier

Anmerkung Quartier

1. Tag

ca. 13 km

Anreise per Bahn
Osterode – Pixhaier Mühle

Hotel Pixhaier Mühle

Sehr gut, auf Wanderer eingestellt

2. Tag

ca. 34 km

Pixhaieer Mühle – Brocken

Brockenhotel

Großartig, ein Muss!

3. Tag

ca. 30 km

Brocken - Rübeland

Hotel Bodetal in Rübeland

Empfehlenswert mit sehr nettem Wirt

4. Tag

ca. 16 km

Rübeland – Altenbrak

Hotel Weißes Ross

Keine Kritik – aber geht wenige Meter weiter besser

5. Tag

ca. 15 km

Altenbrak – Thale
Abreise per Bahn

---

 

Karten und Literatur

Harz: Hexenstieg

KartoGuide Harzer Hexen-Stieg 1 : 30 000: Offizieller Führer mit Karte zum Wanderweg durch den Harz

Internet – zum Beispiel

www.hexenstieg.de

www.harz-hexenstieg.de

Unser Team

Christiane Selle und Aldo Bergmann, einen Tag begleitet von Jens Parnet, vom 03.10.20132 bis zum 07.10.2012

 Übersichtskarte der gesamten Tour

1. Tag Von Osterode zur Pixhaier Mühle

start-harzere-hexenstiegUnser Plan sah also so aus, per Bahn von Cottbus nach Osterode anzureisen und dann noch einen halben Tag für den ersten Abschnitt zu nutzen.

Tatsächlich hatten wir in den Mittagsstunden das beschauliche Örtchen erreicht, uns in einem Restaurant in der Nähe des Marktes gestärkt. Dann war bald der Startpunkt des Hexensteiges am östlichen Ortsrand erreicht.
hexenstieg-hoehenprofilVon hier zog sich dann ein breiter Fahrweg sanft bergan und es eröffneten sich die ersten Fernblicke auch auf Osterode zurück. Hier sprühte Christiane vor Freude und konnte es nicht lassen, aus Heines Harzreise zu zitieren.
Ich hingegen war skeptisch: genau so hatte ich den Stieg erwartet – breite Fahrwege, Kommerz eben.
Tatsächlich wurde es viele Kilometer nicht anders. Auch wenn die Landschaft durchaus schön und reizvoll war, der Weg war einfach öde.

Dann aber, nur wenige Meter vor dem Tagesziel, sah alles plötzlich ganz anders aus: was war das denn, riesige Speicherbecken, plötzlich ein Pfad quer durch den Wald … dann standen wir aber auch schon an der wenige Meter abseits des Stieges gelegenen Pixheier Mühle.
Würde es morgen so weitergehen, wie heute geendet? Das wäre was!

Startort des Harzer Hexenstieg im Zentrum von Osterode  Die Ausschilderung des Hexenstiegs in Osterode ist perfekt Eselsplatz Bild 1 – Christiane trägt uns in ein Logbuch ein. Breite Forstwege in trister Landschaft – es geht recht öde los!

Literaturliebhaberein Christiane rezitiert aus Heines Harzreise Fernblicke auf den ersten Kilometern des Harzer Hexenstieg Kurz vor der Pixhaier Mühle der Aha-Effekt, es wird schön …  Ankunft an der Pixhaier Mühle wenige Meter abseits vom Stieg

 GPX-Track Osterode - Pixhaier Mühle 

2. Tag Von der Pixhaier Mühle auf den Brocken

harzer-hexenstiegEs ging so weiter. Allerdings nicht nur mit dem ab jetzt einfach herrlichen Wanderweg, sondern auch mit dem Wetter.
Bereits am späten Vorabend hatte der angekündigte Regen eingesetzt, und der regnete nun froh und munter weiter. Doch das schockiert den echten Wandersmann, natürlich auch die echte Wandersfrau, nicht – im Zeitalter von High-Tech-Kleidung!
Es ging nun entlang des Oberharzer Wasserregals, man glaubt, fast immer auf der gleichen Höhe unterwegs zu sein.
Nach knapp zwei Stunden und ca. 10 km erreichten wir das Dammhaus, inzwischen vom Regen und kalten Wind doch schon etwas angenervt. Aber egal, Kohlenhydrate und warme alkoholische Getränke erfüllen bekannter Weise auch so manchen guten Zweck: es ging optimistisch weiter.
Allerdings gerieten unsere tollen Outdoorprodukte zunehmend an ihre Grenzen. Mit zunehmendem Wasserstand auf den Wegen stieg langsam aber auch die Luftfeuchtigkeit im Schuh und am Körper.
Als wir dann endlich Torfhaus erreichten (hier hätten wir gern Quartier gemacht, aber es war bei der Planung der Tour wegen der dort laufenden Umbauarbeiten im gesamten Ort absolut nichts zu bekommen), waren die Nerven am Ende.
hexenstieg-hoehenprofilWir waren nass bis auf die Haut, durchgefroren, erschöpft. Es roch nach Abbruch der Tour!

Aber es gilt die oben geäußerte Erfahrung: gutes Essen, heiße Getränke – und der Kampfgeist!
Plötzlich war Christiane wieder ansprechbar und auch für die letzten zwei Stunden des Tages, nämlich für den Aufstieg auf den Brocken „zu haben“.
Der vorherige Anruf beim Brockenwirt bestätigte und, dass der Aufstieg auch bei Dunkelheit gehen würde, wir sollen uns nur festhalten, es sei stürmisch, man könne aber noch stehen …

Besser gelaunt, als gedacht, trafen wir nach dem härtesten aller Wandertage gegen 20:30 Uhr auf dem stürmischen Brocken ein.

Harzer Hexenstieg, das Regendrama auf dem Weg zum Brocken Stauanlagen des  Oberharzer Wasserregals sind allgegenwärtig Der Harzer Hexenstieg führt nun fast ausschließlich über Pfade Regeneindrücke 2 – das Oberharzer Wasserregal füllt sich auf

Im Aufstieg über den Magdeburger Weg in Richtung Torfhaus  Bavariahaus in Torfhaus, wir haben uns aufgewärmt und erholt 1000 Höhenmeter am Brocken - darauf gibt es einen Schnaps!  Brocken-Finale eines harten Tages auf dem Harzer Hexenstieg

  GPX-Track Pixhaier Mühle - Brocken  

3. Tag Brocken – Rübeland

harzer-hexenstiegAm Folgetag regnete es weiter, nicht mehr ganz so heftig, aber beständig. Dazu herrschten auf dem Brocken Windspitzen von bis zu 145 km/h, ein Hammer, wenn man das noch nicht erlebt hat.

Aber egal: der Adrenalinstoß des Erfolges vom Vortag hatte uns frohen Mutes aufbrechen lassen, mit Jens Parnet, den wir am Vorabend im Brockenrestaurant kennengelernt hatten, einen angenehmen Zeitgenossen an unserer Seite.

Tatsächlich gestaltete sich der lange sanfte Abstieg vom Brocken nach Drei Annen Hohne als angenehm, nach einem Päuschen dort folgten weitere sanfte Kilometer nach Königshütte.
Es hätte durchaus so sanft bleiben können, wenn da nicht etwas merkwürdig gewesen wäre: vom Brocken nach Rübeland sollten es gemütliche 24 km sein – aber die waren fast um und Rübeland war noch weit.

hexenstieg-hoehenprofilUnd so wurde auch dieser Tag härter als gedacht, denn schlussendlich hatte ich 31 km auf dem GPS-Gerät, als wir im Hotel Rübeland angekommen waren.
Es hatte sich an diesem Tag in aller Härte gezeigt, was teilweise schon zu ahnen und zu erkennen war: Vorsicht bei den Harzer Kilometerangaben, da fehlt es teilweise heftig an der Genauigkeit.
Egal, bei einem lustigen Abend mit Jens und dem Wirt des Hotels Bodetal war auch diese Tortur schnell vergessen. Und ab nun sollte es ja wirklich gemütlicher werden.

Eine Brockenüberquerung ohne Foto vom Brocken? Ja, leider!  Harzer Hexenstieg Tag 3, Start vom Brocken nach Rübeland Abstieg vom Brocken wieder im Regen nach Drei Annen Hohne  Ankunft in Drei Annen Hohne nach dem Abstieg vom Brocken

Hexen über Hexen – na klar, wir sind ja auf dem Hexenstieg. Königshütter Wasserfall, eine nette Sehenswürdigkeit Am Staubecken von Königshütte, Beginn der großen Talsperren Auf dem Wanderpfad zwischen Königshütte und Rübeland

  GPX-Track Brocken - Rübeland  

4. Tag Rübeland – Altenbrak

harzer-hexenstiegUnd tatsächlich, es wurde gemütlicher.
Der Regen hatte aufgehört, manchmal kam sogar die Sonne vor, es war mild.

Leider hatte Jens sich von uns verabschiedet: seine Wanderzeit war bemessen, er wollte bis Thale durch gehen.
So ging es also zu zweit weiter - schon nach wenigen Kilometern gerieten wir in ein Feuerwehrfest in Neuwerk, erreichten bald die Talsperre Wendenfurt und dann auch den Wanderweg entlang der Bode in Richtung Altenbrak.
hexenstieg-hoehenprofilDass die Wettergötter uns hier nochmals durch Starkregen zeigten, dass es auch anders ginge, war uns egal.
Erholt und bei bester Laune erreichten wir Altenbrak und verbrachten einen netten Abend im Jodelkönig, einem Restaurant, dessen Besuch wir unbedingt empfehlen und das wir, falls wir hier wieder einmal unterwegs sein sollten, als Quartier wählen werden.

Hotel Bodetal in Rübeland, eine sehr angenehme Unterkunft Am wasserlosen Ausläufer der Talsperre Wendenfurth Wasserkraft in Aktion – ein Pumpspeicherwerk vor Wendenfurth Ankunft an der Talsperre Wendenfurt, Christiane tanzt …

Der Hexenstieg führt über Staumauer der Talsperre Wendenfurth Touristenzentrum an der Staumauer der Talsperre Wendenfurth  Wenige Kilometer vor Altenbrak – einmal mehr wieder Starkregen Spielspaß mit einer Hexe vor dem Hotel Weißes Ross in Altenbrak

  GPX-Track Rübeland - Altenbrak  

5. Tag Altenbrak – Thale

harzer-hexenstieg-zielDer letzte Abschnitt wurde die Krönung der gesamten Wanderung. Das Wetter war in Ordnung und wer den Weg entlang der Bode über Treseburg nach Thale kennt, weiß, in was für einer zauberhaften Felsenwelt man sich hier wiederfindet.
hexenstieg-hoehenprofilFalsch war lediglich die Annahme, dass es durchweg gemütlich an der Bode entlang gehen würde, im Gegenteil: zwischen Treseburg und Thale geht es in einem teilweise heftigen Auf und Ab durch die bedeutendste Felsenschlucht nördlich der Alpen.
Da ist es auch völlig egal, dass hier die touristische Dichte erheblich zunimmt.

In warmer Nachmittagssonne erreichten wir in der Nähe des Thaler Bahnhofes das Ziel oder den Beginn – ganz wie man es möchte – des Harzer Hexenstieges.

Goldener Herbst im Harz - am letzten Tag in voller Pracht! Treseburg, das beschauliche wunderschöne  Örtchen im Bodetal Das GPS-Gerät, immer in Betrieb, für exakte Tourenaufzeichnung  Der schönste Logbucheintrag aller Zeiten: Jens Parnet  für uns

Das Finale der Tour: das Bodetal zwischen Treseburg und Thale Das Bodetal – das bedeutendste Felsental nördlich der Alpen  Auf der Teufelsbrücke hat man das Ende des Tales fast erreicht Harzer Hexenstieg - kurz vor dem Ziel am Bahnhof in Thale

 GPX-Track Altenbrak - Thale  

Fazit: Meine Vorurteile waren falsch! Der Harzer Hexenstieg ist eine wunderschöne Führe durch den wildromantischen Harz, teilweise weitab vom touristischen Trubel und trotzdem mit vielen der berühmten Höhepunkte des Gebirges. Das wir nun Wetterpech hatten und den Brocken zwar bestiegen, jedoch nie gesehen haben, kann dahingestellt bleiben – es gibt ja schließlich auch eine Variante des Stieges mit Umgehung des Brockens – wir waren jedenfalls oben ;)

Viel Spaß den Kandidaten zukünftiger Begehungen!

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