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  • III. Ultramaraton Zielonogorsky Nowe Granice – Ultra durch den Sumpf

intro kIII. Ultramaraton Zielonogorsky Nowe Granice
oder: Badespaß im Februar

Dieser 25.02.2017 war nicht mein Tag! Ich habe das Ziel nicht erreicht, bin an einer simplen Cutoff-Zeit gescheitert. Und eigentlich wäre dieser Tag deswegen mit keinem Wort erwähnenswert. Wenn ich hier nicht regelmäßig auch über Laufabenteuer berichten würde. Ein Laufabenteuer war dieser Tag aber allemal, und was für eins! So etwas hatte ich noch nicht erlebt und vor allem nicht für möglich gehalten.

Ich war unterwegs beim III. Ultramaraton Zielonogorsky Nowe Granice, jener 103-km-Schrumme im vermeintlichen polnischen Flachland, die uns gemeinsam mit Volker schon im Vorjahr so richtig zu schaffen gemacht hatte. Beide hatten wir uns damals durch den Modder gekämpft und überrascht von der Härte des Rennens auch das Ziel erreicht. Was lag also näher, als es 2017 nochmals zu wagen – mit der Kenntnis vom Vorjahr würde es leichter gehen, als früher örtlich naher Ultralauf passt er bestens ins Aufbauprogramm für die großen Ziele des Jahres.
Volker allerdings musste noch vor dem Start die Hände heben und abwinken, eine Erkältung hatte ihn hartnäckig im Griff und ein Start wäre alles andere als vernünftig gewesen. 

Pünktlich um 6 Uhr ging es für mich also einmal mehr großartig inszeniert im Lichte roter Bengalfeuer in den mit etwa -2°C frostigen Morgen. Der knappe Zentimeter Neuschnee der Nacht störte nicht, er war lediglich Zucker auf die polnische Landschaft.
Schon die ersten 23 km zum VP 1 machten deutlich, dass es härter werden würde, als im Vorjahr. Denn während 2016 in den Morgenstunden alles fest gefroren war, ging es dieses Jahr immer wieder durch kurze aber zermürbende Abschnitte mit aufgewühltem Sand. Ich fühlte mich schlapp, müde, kam einfach nicht ins Wohlfühltempo.

Noch im Warmen kurz vor dem Start mit Oliver, Gunnar, Stephan und Matthias Auch 2017 ein gut inszenierter und  beeindruckender Start im Fackelschein Pünktlich 6 Uhr geht es los - auf den ersten Metern mit Gunnar Meikstat Die ersten Kilometer gehen ohne Stirnlampe nicht, Warnweste ist Pflichtausrüstung

Nach VP 1 aber, etwa bei km 26,  kam der eigentliche Hammer des gesamten Laufes. Auf dem Wege dorthin hatte ich mich schon gewundert, warum mir immer wieder Läufer gehend entgegen kommen. Die Lösung war ein kleiner Schock: 2016 mussten wir hier durch eine gefrorene Sumpflandschaft. Siehe hierzu Bericht vom Vorjahr – man konnte vorsichtig von Grasbüschel zu Grasbüschel treten und kam am Rande halbwegs trocken durch.

2017 war außer einer hauchdünnen Eisschicht auf dem Wasser NICHTS gefroren. Die Streckenmarkierungen hingen über einem gefühlten See. Die verzweifelten  Versuche, irgendwie daran vorbei zu kommen, verpufften – es hieß umkehren oder durch! Wasser in den Schuhen hatte ich jetzt  gedanklich vorprogrammiert, tatsächlich haben maximal 10 cm gefehlt, dann hätte ein anderer sehr empfindlicher Körperteil Eiswasserkontakt gehabt.
Jeder kennt den stechenden Schmerz eiskalten Wassers – den musste man hier über etliche Meter ertragen.
Als ich endlich durch war, taten die kalte Luft und der leichte Wind ein Übriges – ich rannte, rannte, rannte (und das viel zu schnell), um wieder halbwegs warm zu werden. Das Patschen in den nassen Schuhen, die sich kräuselnden Socken – alles andere als schön.

Im Vorjahr tief gefroren, heuer weich: immer wieder sehr sehr sandige Passagen Ankunft im Sumpf bei km 25 - hier ist so gut wie nichts gefroren  Die zu lösende Aufgabe: im Vorjahr konnte man das rechts im gefrorenen Sumpf umgehen Dieses Jahr aber scheitern die Umgehungsversuche kläglich - man wird nass ...

... und das nicht nur an den Füßen, Oliver noch nicht an der tiefsten Stelle. Stephan als einer der Kandidaten, die barfuß durch die eiskalte Brühe gegangen sind 20 km nach dem Sumpf - Stephan und Oliver am VP 2, hier supported von Kerstin und Volker Kurz danach komme auch ich bei km 47, VP 2 des Rennens, an.

Erst ca. 20 km später am VP 2 endlich trockene Socken und Schuhe, der Rest war längst luftgetrocknet. Aber ich war nun richtig zermürbt. Es war wohl die Grundregel des Ultralaufes „Gebe das Ziel so lange nicht auf, wie du noch die geringste Chance hast, es zu erreichen“, die mich hier hat weiter laufen lassen.
Als ich dann endlich nach ca. 60 km meinen Rhythmus gefunden hatte, war im gleichen Zuge klar, dass das Ende bevor steht. Die Cutoff-Zeit um 14:30 Uhr war nicht mehr zu schaffen, ich war etwa 5 min zu spät am Kontrollpunkt.

Endlich warmes Essen, warme Getränke und vor allem trockene Socken und Schuhe Zwar ging es mir dann besser, aber das Rennen wurde es nicht - MATSCH! Etwa km 62 - der Kopf ist schon aus, denn die Cutoff-Zeit bei km 63 ist nicht mehr zu schaffen Aus nach 63 km, zum Glück war der schnelle Abtransport gesichert ;)

Ich bin ehrlich: ich war froh, dass ich nicht weiter musste, selbst wenn ich das Ziel nun sicherlich erreicht hätte. Aber ich war „breit“.

Während wir mit Almuth, Kerstin und Volker bei Bier und Pizza saßen, erreichten Gunnar, Matthias, Oliver und Stephan, mit denen ich anfangs einige und viele Kilometer gemeinsam unterwegs war und „gebadet“ hatte, sämtlichst in der Vorwoche noch Teilnehmer bei unserem Ludwig-Leichhardt-Trail-Ultralauf, das Ziel.

Damit hat unser aktives Laufjahr für Volker und mich mit einem „DNS“ bzw. DNF“*), begonnen. Nicht schlimm – vor allem: wenn das die einzigen Ausfälle des Jahres bleiben, was statistisch sehr wahrscheinlich ist – Herz, was willst du mehr!

Und den Ultramaraton Zielonogorsky Nowe Granice holen wir uns vielleicht 2018 nochmal – mit Schwimmflossen, Schlauchboot, Taucheranzug – wissen wir noch nicht, an der Lösung arbeiten wir :)

*) Don’t start bzw. Don’t finsih

Fotos dieses Beitrages stammen auch von Almuth Dictus und Volker Roßberg

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