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zgl intro„Einmal das Gebirge - komplett, bitte!"
Der Zittauer Gebirgslauf

Würde man die lange Strecke des Zittauer Gebirgslaufes bei einem Kellner bestellten müssen, könnte das in etwa so klingen: „Einmal das Gebirge komplett, bitte!"
Nur man kann es nicht bestellten, man muss die 35 km schon selbst unter die Füße nehmen! Aber man bekommt in diesem Falle das komplette Gebirge serviert!
Damit ist dieser Berglauf durch das kleinste deutsche Mittelgebirge etwas ganz Besonderes. Wer nun allerdings als Marathonläufer glaubt, wegen dieser „läppischen" 35 km erst gar nicht starten zu wollen, der irrt gewaltig! Denn es gibt hier eine weitere Besonderheit: dieser Lauf ist extrem hart und so mancher ambitionierter Stadtmarathonläufer wird hier schon vor Erreichen der Hälfte der Strecke überlegen, ob er denn nicht lieber zu Hause geblieben wäre.

Mehr Informationen zu diesen Lauf findest Du weiter unten!

Auch wenn wir diesen Lauf bereits mehrfach erfolgreich absolviert haben, war die Auflage vom 26. April 2009 für uns eine außergewöhnliche, die Anlass für einen Bericht und die Vorstellung dieses Laufes ist. Warum?

Irgendwann, vor knapp einem Jahr, hatte mein Bergfreund Dirk Wiesner plötzlich aus einer ganz „eigenartigen" Motivation heraus (über die unter dem Bericht Rennsteiglauf 2009 später erzählt worden ist) mit dem Joggen begonnen. Und das hat er dann so ernst genommen, dass es im Juni 2008 schon 21 km rund um den Spremberger Stausee, später im Herbst über die gleiche Runde, aber von Cottbus aus und damit ca. 43 km lang, ging.  Jetzt ist er bei ca. 50 Trainingskilometern wöchentlich. Nun, er hat ein großes Ziel vor Augen.

Und irgendwann in den vergangenen Wochen hatte ich dann mal zu ihm gesagt, dass er nicht nur vor sich hinlaufen, sondern auch Wettkampferfahrung sammeln müsse. Dabei kamen wir auf eben den Zittauer Gebirgslauf, auf seine Besonderheit, Schönheit aber auch Härte zu sprechen. Und Wiese meinte: na dann machen wir das! Immerhin ist dieses Gebirge ja auch seine ursprüngliche Heimat, er kennt fast jeden Weg - nur durchjoggen?!?! Auf diese Idee wäre er nie gekommen, das hätte er sich niemals träumen lassen.

Unser Team vor dem Start, ganz links damaliger Laufneuling Dirk Wiesner  Auf den ersten Metern, kurz nach dem Start im Stadion in Olbersdorf  Unverkennbare gute Streckenmarkierung  Das gibt es heute kaum noch - ein typischer Kontrollpunkt mitten auf der Strecke mit Stempelaufdruck auf die Startnummer

Da kann man nicht einfach vorbei, Wiese berührt die Quacke Novize in der Unteren Felsengasse  Im Anstieg zum Scharfenstein nach gut 25 km  Geschafft, alle haben das Ziel des anstrengenden aber llandschaftlich herausragenden Laufes erreicht  Gemeinsam mit Steffen Große vor dem Start der Laufes 2013

Ich hatte ihm also meine Erfahrung auf dieser Strecke und damit meine Begleitung angeboten. Christiane Selle hatte sich kurzerhand angeschlossen, auch für sie war dieser Lauf neu und eine besondere Herausforderung.
Nun, und nur einen Tag davor waren auch Volker und Kerstin Roßberg entschlossen, dabei zu sein!
Da standen wir also vor dem Start, ein neuer Renner und vier alte Hasen.

Während Volker das Rennen für sich scharf unter die Füße nahm und nach beachtenswerten 3 Stunden und 6 Minuten das Ziel erreicht hat, lief ich gemeinsam mit Wiese, Kerstin und Christiane durch die traumhafte Frühlingslandschaft.
Es ginge zu weit, hier jetzt im Detail zu versinken, nur soviel: Christiane kam mit dem ständig an das Gelände anzupassenden Tempowechsel schlecht zurecht und hat uns nach ca. 20 km nach vorn verlassen und vor uns das Ziel erreicht.
Kerstin, die Kämpferin, musste leider schon bald merken, dass ihr die 50 km der Vorwoche, die sie bei einem Wettlampf in Tschechien gelaufen war, doch sehr zu schaffen machten, blieb aber kämpfend dabei. Und Wiese lief wie ein Uhrwerk. Als wir dann auf den letzten 5 km waren, war klar, dass die ursprünglich erhoffte Zielzeit von ca. 4 Std. 15 min wirklich machbar wäre, allerdings müsste dazu das inzwischen schärfere Tempo gehalten werden. Und es wurde!

Nach 4 Std. und 13 min waren wir wieder auf dem Sportplatz in Olbersdorf und damit im Ziel. Dass die Freude groß war, versteht sich! Glückwunsch Wiese, für dieses tolle Wettkampfdebüt, Du bist ein echter Kämpfer!
Und dass auch wir vier alten Hasen stolz auf uns waren, versteht sich von selbst!

Zum Zittauer Gebirgslauf:

Angeboten werden neben Kinderläufen, mehreren teilweise sehr langen Wanderstrecken, Läufe über 7,5, 17 und 35 km.
Die 35 km-Strecke ist knallhart, durchläuft das gesamte Gebirge und tangiert alle nennenswerten Orte und Höhepunkte, verläuft teilweise auf steilen sehr gut markierten Bergpfaden.

Zittauer Gebirgslauf und Wandertreff

Die Versorgung ist ausgezeichnet, man wird an den zahlreichen Verpflegungspunkten eigentlich immer herzlichste begrüßt.
Mit nur 115 Startern 2009 ist diese Strecke ein leider viel zu schlecht besuchter Lauf, der mit Sicherheit zu den schönsten und anspruchvollsten Landschaftsläufen Deutschlands gehört. Mehr Informationen über diesen Lauf findest Du hier: www.zittauer-gebirgslauf.de

Meine Tipps für 35-km-Läufer:
Ich habe in der Vergangenheit auf dieser Strecke viel Lehrgeld gezahlt aber auch, nachdem mir viele kleine Tücken bekannt waren, gute Zeiten und Platzierungen geschafft.
Man sollte Folgendes unbedingt beachten:

- Gehe diese Strecke ganz ruhig an, deutlich langsamer, als Deine Durchschnittszeit sein soll. Denn die ersten 10 km sind nur das „Vorspiel", abgerechnet wird ab etwa Kilometer 15.

- Nach ca. 10 km beginnt der Aufstieg zur Lausche. Ruhig bleiben und jetzt bloß nicht übernehmen. Der Weg ist lang und steil, gehe lieber, anstatt hinauf zu rennen, wenn Du Dir nicht sicher bist, dass dunoch  ausreichend Reserven hast — sonst ist der Lauf frühzeitig nur noch eine Quälerei.
Nutze den Gratweg und den Abstieg von der Lausche, um wieder locker zu werden und Dich zu erholen, denn dann kann ab dem Verpflegungspunkt bei ca. km 15/16 das eigentliche Rennen beginnen.

- Jetzt kannst Du, natürlich mit Blick darauf, dass immerhin noch ca. 20 km vor Dir liegen „Gas geben". Trotzdem vorsichtig bleiben, es lauern viele kleine bissige Anstiege und steile Talfahrten.
Nach ca. 25 km hast Du den kurzen aber knackigen Anstieg zum Scharfenstein hinter Dir, hier trennen sich die 17- und die 35-km-Strecke, die teilweise eine gemeinsame Wegführung hatten, wieder.
Jetzt geht es bis km 30 sanft bergab. Jetzt lass Dich laufen, rolle zügig ins Tal - nun kannst Du deine gesparten Kräfte einsetzen und Zeit gut machen. Trotzdem nicht auspowern!

- Denn wenn Du das Schild „Noch 5 km" erreicht hast, lauert die letzte kleine Tücke, ein sanfter schmerzhafter Anstieg, den ich viele Jahre als solchen gar nicht erkannt hatte. Wieder ganz ruhig laufen, bis Du ein Wasserwerk passierst, dürften knapp 1,5 km sein.

- Aber dann: dann ab ins Ziel, wenn Du jetzt noch halbwegs fit bist, ist der Rest nur noch Genuss.
Und wenn Du doch am Ende sein solltest? Mach es gemütlich, das Ziel ist nicht mehr weit - und der Zieleinlauf ist nach dem Gewaltritt durch ein ganzes Gebirge immer schön ;)

Aufzeichnung der Wettkapmpfstrecke via Runtastic im Jahre 2014

Panoramaaufnahme beim Zittauer Gebirgslauf

Hier ein sanfter gutmütiger Streckenabschnitt über saftig grüne Frühlingswiesen. Aber der Eindruck täuscht - es wird deutlich härter!

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