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oberwalder introOberwalderhütte (2973 m)

Eigentlich soll der Bereich Alpen unserer Homepage den Berichten über hochalpine Berg- und Klettertouren vorbehalten bleiben. Doch selbst wenn man es ganz genau nimmt, gehört ein Bericht über die Oberwalderhütte im Großglocknergebiet unbedingt dazu. Denn wer diese nach der einschlägigen Literatur großartigst gelegene  Hütte der Ostalpen erreichen will, muss entweder einen leichten Klettersteig oder aber eine ausgewachsene Gletscherbegehung absolvieren.
Und: aufgrund ihrer genialen Lage inmitten einer phantastischen Gletscherlandschaft dienst sie als Stützpunkt für alpine Ausbildung in allen Spielarten, bis hin zur Bergrettung und alpinen Gendarmerie.

austrai flagLage: Die Oberwalderhütte liegt auf dem Großen Burgstall, 2973 m, hoch über der Pasterze im Großglocknergebiet.

An - und Abmarsch:  Von der Franz-Josef-Höhe (mit dem PKW über die Großglockner-Hochalpenstraße) über den Gamsgrubenweg (Stolleneingang im Gebäude ziemlich versteckt), später Gletscherbegehung und evtl. Klettersteig in ca. 2,5 bis 3 Stunden,
oder, falls der Gamsgrubenweg, wie bei uns, gesperrt: von der Franz-Josefs-Höhe absteigen auf den Mittleren Pasterzenboden, diesen auf dem Gletscher bis in Fall-Linie der Hoffmannshütte überqueren und dann leichten Klettersteig bis zur Hoffmannshütte und weiter wie Originalweg, 4 bis 5 Stunden. (anstrengend)

Literatur: "Firn- und Eisklettern in den Ostalpen", Andreas Jentzsch, Axel Jentzsch-Rabl,  Alpinverlag, (www.alpinverlag.at)
ISBN 3-9500920-0-5;
Alpenvereinsführer "Glocknergruppe und Granatspitzgruppe", Bergverlag Rother - München, ISBN 3-7633-1266-8;

Karte: Alpenvereinskarte Nr. 40  Glocknergruppe, mit Wegmarkierungen, Maßstab 1:25.000;

Kontaktdaten: bewirtschaftet Ende Mai bis Mitte September, Telefon: 04824/2546 oder über ÖAV-Sektion Austria Wien: 01/5131003

Kurz nach unserer Anreise der erste Schock: der Gamsgrubenweg ist gesperrt. Statt des gemütlich gedachten Aufstiegs ging es nun zunächst etwa 300 hm auf den mittleren Pasterzenboden hinab um dann schlappe 900 hm zur Hütte im Stück aufzusteigen.
Bild 2: Auf der Pasterze in genialer Landschaft. Links im Hintergrund der Johannisberg, in der Mitte der Große Burgstall, auf dem die Hütte thront.
Bild 3: Alles andere als einfach war es, die Pasterze unter der Hoffmannshütte zu verlassen. Wir hatten den leichten Einstieg in die Aufstiegsroute um einige Meter verfehlt und waren in spannendem Gletscherschliff/Reibungsgelände unterwegs.
Das Tourengebiet der Oberwalderhütte bietet einfach alles, was das alpinistische Herz begehrt: Im Gebietsführer finden sich herausragende Felsfahrten, atemberaubende Eis- und Firnwände, wildzerklüftete Gletscher und lt. Hüttenwirt nur wenige Meter neben der Hütte bis zu 40m tiefe Spalten. Die bekamen wir aber nicht zu Gesicht, es lagen noch bis zu 8m Schnee, als wir im Juni 2004 vor Ort waren.
Bild 4: nur 30 min von der Hütte entfernt der Furscherkarkopf, 3331m, mit seiner wilden Nordflanke (links). Der Nordostgrat gehört zu den schönsten der Region.
Bild 5, 6 und 7: am Großen Burgstall selbst besteht ausreichend Raum, um sich im alpinen Felsklettern zu üben.
Bild 8: Egal, aus welcher Richtung man sich der Hütte nähert, ihre Lage ist berauschend. Und nicht weniger nett ist die vorzügliche Ausstattung und die herausragend freundliche Betreuung durch den Hüttenwirt, seine Familie und seinen Mitarbeitern.

Die Oberwalderhütte Anmarsch über die Pasterze, im Hintergrund der Johannisberg Mühevoller Aufstieg von der Pasterze zur Hoffmannshütte Furscherkarkopf in Hüttennähe, eine herrliche Felspyramide

Blick zurück aus der Felswand des Burgstalls auf den Sichernden Klettern am Burgstall, ein gutes Übungsgelände für Gipfeltouren Klettern an den Felswänden des Burgstalls in Hüttennähe Rückmarsch zur Hütte aus nach Besteigung des Eiswandbichl

Wir, Thomas Herrmann und Aldo, waren im Juni 2004 fünf Tage, einschließlich des An- und Abmarschtages in diesem Gebiet unterwegs und sind mit der Eiswandbichl Nordwand und der Johannisberg Nordostwand unsere ersten alpinen Firn- und Eiswände gestiegen. Einen Tag sind wir jedoch resigniert nach einigen Stunden Kampf "gipfellos" zur Hütte zurückgekehrt. Seit Ihr schon mal bei 20 Grad in der Sonne durch metertiefen Schnee gewatet? Am Anfang haben wir noch gelacht, als wir bis über die Hüften durch die Schneedecke gebrochen sind, später waren wir völlig fertig und haben abgewinkt.
Das es aber mit dem Wetter auch anders geht, und zwar völlig anders, mussten wir am Abreisetag erleben: Eiseskälte und Schneesturm, über Nacht hatte es reichlich Neuschnee gegeben. Die Sicht war teilweise bis auf wenige Meter zurück gegangen und als Orientierung auf dem Gletscher dienten nur noch zahlreiche weitere Bergsteiger, die mit uns den Rückweg angetreten hatte und vereinzelte Holzstangen. Trotzdem ein irres Abenteuer mit, bei richtiger Kleidung und richtigem technisch sauberen Steigen, erheblichem Vergnügungsfaktor.

Nach- und Vorbereitung der Touren gehört zur Hüttenromantik Plötzlich ist wieder Winter: Schneeeinbruch am Abmarschtag Abschied nach tollen Tagen - der letzte Blick zurück zur Hütte Abstieg im Schneesturm von der Hütte zu Kaiser- Franz-Josefs-Höhe

Ankunft am Gramsgrubenweg, Ablegen der Seilsicherung Auf dem Gamsgrubenweg, deswegen war er für Touristen gesperrt Im sicheren und etwas dunklen  Stollen des Gamsgrubenweges

Die letzten beide Bilder sind auf dem Rückweg, nämlich auf dem Gamsgrubenweg entstanden. Er war zwar gesperrt (auf dem vorletzten Bild erkennt man warum: teilweise zogen über den sonst touristisch problemlosen Weg noch riesige steile Schneefelder ins Tal), aber der Hüttenwirt hatte bei unserem Aufstiegsbericht via Pasterze nur gelächelt und gemeint: "Jungs, er ist für Touristen gesperrt, nicht für Bergsteiger. Ihr müsst einfach über die Absperrung klettern und losgehen." Na prima, aber so hatten wir immerhin das Erlebnis Pasterze beim Anmarsch.
Wenn man dann schließlich die langen Stollen erreicht hat, ist man binnen weniger Minuten wieder auf der Franz-Josef-Höhe und am Ende einer wahrhaft berauschenden Bergtour - aber auch wieder mitten drin im Trubel der Zivilisation und der Völkerfreundschaft.
Wir können den Besuch dieser Hütte, verbunden mit ein paar herrlichen Bergtouren nur dringendst weiter empfehlen.

Empfohlene alpine Links

 

Danke für

den Besuch

auf Quackensturm

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