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rennsteig-nonstop, km 100 nahe der SchmückeAn, ähhh, in silberklaren Bächen - rennsteig nonstop 2021

Langsam, schwerfällig, treten wir durch das "Tor zum Rennsteig" an das Ufer der Werra, dorthin, wo der Rennsteig, je nach gewählter Richtung, beginnt oder endet. Die Werra, reich gefüllt vom Wasser dieser Tage, fließt zügig aber still dahin.

Ich nehme diesen einen kleinen Stein, der seit drei Jahren in meinem Besitz war, in die Hand, ein letzter Blick darauf, weiß, dass jetzt, endlich, Zeit für den Abschied ist!

Freitag, 27.08.2021, 17:50 Uhr
Das verschmitzte Lächeln des Renndirektors

Die Wetteraussichten sind katastrophal! Es regnet seit Tagen, es wird in den kommenden Tagen regnen, auch jetzt hat der Regen gerade wieder eingesetzt! Trotzdem stehen 67 entschlossene Ultraläufer/innen unter dem überdachten Rundbogen des "Informationsplatz Rennsteig" (wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht) in Blankenstein und sind bereit, ein etwas verrücktes Unternehmen zu wagen: die vierte Auflage des rennsteig-nonstop, 168,3 km mit mehr als 3000 hm über den kompletten Rennsteig, vom hiesigen Ufer der Selbitz zum Ufer der Werra in Hörschel.

Nach meinem Scheitern von 2013 und 2018 stehe ich bereit für den dritten Versuch, mein Lauffreund Mirko Löbel wagt sich zum ersten Male überhaupt über die klassische 73,9-km-Supermarathondistanz des Rennsteiglaufes hinaus. 

Und Gunter Rothe, Renndirektor, er gehört zu den Mutigen des Sports, er hat es in Zeiten der Corona-Pandemie gewagt, dieses Ereignis abermals auf die Beine zu stellen, entsprechender Beifall gebührt ihm zurecht, steht auf der Bank, findet im Briefing die notwendigen Worte. Jeder wisse, was er tue, der Rennsteig sei lang und schwer und, jetzt muss er, der diesen Ritt selbst schon erfolgreich bewältigt hat, lächeln, angesichts der Witterung noch schwerer. Sein Lachen steckt an, seine Ankündigung, dass es wegen dieser zusätzlichen Herausforderung keine Zielschlusszeit geben werde, macht Hoffnung, lässt aber ahnen, was uns erwartet.

Als sich kurz darauf das Starterfeld unter Jubel und Applaus in Bewegung setzt, sind Mirko und ich die letzten, die das Areal verlassen. Wir haben ein klares Ziel: wir geben nicht auf, wir kommen an, unter allen Umständen, egal wie lange es dauert!

Stein aus der Selbitz  Wegweiser nach Hörschel  Sabine und Mirko Löbel, Aldo und Almuth Bergmann  Wolfgang Nadler Aldo Bergmann

Almuth und Aldo Bergmann  Aldo Bergmann Mirko Löbel rennsteig-nonstop  Briefing zum rennsteig-nonstop  Start rennsteig-nonstop 2021

Es geht steil aufwärts, wir verlassen Blankenstein, plötzlich scheint die Sonne. Also geben wir unsere Regenjacken an Almuth und Sabine, die bereit für die ersten Fotos auf der Bergkuppe warten, die die nächste Zeit als Betreuerteam an unserer Seite verbringen und sich als wertvoll, sehr wertvoll erweisen werden. 
Regenjacken abgeben? Ein Fehler, wie sich nur wenig später zeigen würde.

Samstag, 28. 08. 2021, 3:30 Uhr
Ultralauf in silberklaren Bächen

Wir erreichen den dritten VP in Limbach, nach unserer Messung etwa bei km 59, und sind deutlich langsamer, als ich es bei meinen ersten beiden Versuchen war. Aber das ist angesichts der Witterung und des Untergrundes kein Wunder. 

Kurz nachdem wir unsere Regenjacken abgegeben hatten, begann es zu regnen, und zwar richtig! Dieser Regen hielt dann mal stärker, mal schwächer und mit kurzen Pausen an. Wenn es im Rennsteiglied heißt: "An silber klaren Bächen sich manches Mühlrad dreht..." waren wir heute in silberklaren Bächen unterwegs: zwischen Rodacherbrunn (km 15) und Brennersgrün (km 21) ging es teilweise durch Sumpflandschaften. Da waren die gehassten ca. 12 km Asphalt bei Steinbach am Wald bis zum VP Kalte Küche (km 39) diesmal eine regelrechte Erholungsstrecke.

Unsere Strategie, bergauf zu gehen, gerade Strecken und Bergabpassagen zu traben, hatte sich also schnell erledigt - der Schlamm war, zumindest für mich mit meinen "Adleraugen" nicht laufbar, jedenfalls nicht, ohne ein Sturzrisiko einzugehen.

Trotzdem sind wir gut unterwegs, gut drauf, gut gelaunt, und als ich in Limbach die Waschhaut an den Fußsohlen getrocknet, neue Socken angezogen und die Matschklumpen, die Laufschuhe sein sollten, gegen frisches Material getauscht hatte, stand einem Vorankommen durch die nun trocknere und zum Glück recht milde Nacht nichts entgegen.

Acht Läufer/innen hatten das Rennen bis hierher allerdings schon aufgegeben - kein Wunder, bei diesen Bedingungen!

rennsteig-nonstop Aldo Bergmann  Dauerregen beim rennsteig-nonstop   rennsteig-nonstop Rodacherbunnen  Mirko Löbel beim  rennsteig-nonstop

Brennersgrün  rennsteig-nonstop  VP Kalte Küche beim rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop Spechtsbrunn  Rennsteig vor Limbach beim rennsteig-nonstop

Samstag, 28. 08. 2021, 8:45 Uhr
Am Mittelpunkt des Glücks

Am VP Großer Dreiherrenstein (km 84) den wir jetzt erreichen steigen neun weitere Teilnehmer/innen aus. Damit ist das Starterfeld schon fast um ein Drittel reduziert. Das sagt alles!

Auch uns hatte Erschöpfung und Müdigkeit eingeholt, das war zu erwarten, keine Überraschung. Wir waren trotzdem einfach noch richtig gut drauf. In Masserberg nach ca. 71 km hatten wir die Dunkelheit hinter uns, der Morgen war erwacht. Wenig später, nach der Triniusbaude, ein Händeschütteln, Glückwunsch an Mirko: km 75! Noch nie im Leben war er so weit gejoggt, ab jetzt würde jeder Schritt ein neuer Rekord sein und es würde noch viele Schritte geben, er war super drauf!

Kurz vor Neustadt (km 80) fünf Minuten Powernapping, nicht zu fassen, wie einen das wieder aufbaut! Und dann, kurz vor dem Dreiherrenstein, steht es schwarz auf weiß, weiß auf grün, wie auch immer: da stehen wir am Mittelpunkt des Glücks - am Mittelpunkt des Rennsteigs! Die Hälfte war geschafft!

Verpflegungspunkt Limbach beim rennsteig-nonstop  Merrell Moab Flight beim rennsteig-nonstop  Masserberg rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop Powernapping

Rennsteig zwischen Kahlert und Neustadt  Mittelpunkt des Rennsteigs  Dreiherrenstein rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop VP Großer Dreiherrenstein

Samstag, 28. 08. 2021, 14:10 Uhr
Schrecksekunden, ein Grenzstein und Glücksgefühl dank Erbsensuppe

Ich könnte heulen vor Freude, Almuth hatte uns aus dem Thüringer Haus am Grenzadler (km 106) Erbsensuppe organisiert, richtige heiße Erbsensuppe. Ist die lecker!
Mirko sitzt in seinem, ich in unserem Auto, wir löffeln genüsslich, wir sind noch immer im Rennen.
Das war erhofft, aber hatte gerade auf Messers Schneide gestanden. 

Als wir den Dreiherrenstein verlassen wollten, setzte wieder heftiger Regen ein - kein Problem, das waren wir inzwischen gewohnt, später hörte es auf, sogar die Sonne kam hervor.
Kurz hinter der Schmücke dann ein besonderes Foto: wir hatten 100 km erreicht.

In unseren vorbereitenden Gesprächen zu diesem Abenteuer hatte ich Mirko erklärt, wie so ein langer Ultra "funktioniert", was er mit einem macht, was im Kopf passiert, welche Krisen zu erwarten sind, dass die Welt, warum auch immer, nach 100 km ganz anders aussähe, dass man gemeinsam "sterben" würde.

Das hatte er wohl etwas zu genau genommen, ein erst leichteres, jetzt härteres Problem am Fuß bremste ihn plötzlich. Nach unserem Selfi am höchsten Punkt des Rennsteigs ging der Notruf an unser Team: bitte kommt zum Parkplatz Sommerwiese, Mirkos Fuß muss in Ordnung gebracht werden!

Almuth, von meinen ultrageschändeten stinkend blutigen Füßen so manches gewohnt, übernahm die Regie: Schuh und Socke aus, Fuß gewaschen, offene und geschlossene Blasen festgestellt.
Ein Mountainbiker hielt, gab sich als Arzt, Chirurg, zu erkennen, fragte ob alles in Ordnung sei, er helfen könne. Wir zögerten zunächst, dann geschah es, Mirkos Kreislauf "flog ab".

Alles ging blitzschnell - Kofferraum geräumt, Beine hoch, Pulskontrolle, tröstende Worte ... das Rennen war aus!
Nein! Mirko fing sich, der Fuß wurde in Ordnung gebracht, der Arzt wies auf die Startnummer und fragte: "Ist es das, was ich denke?" Und auf unsere Erklärung: "Ihr müsst wissen, was ihr tut!"
Kein: halt, aus, keine uns bremsenden Worte, trinken solle er, viel trinken!
Ein toller Typ - danke, wenn du das hier lesen solltest!

Es war also vorsichtig langsam gehend weitergegangen, vorbei an jenem heute unbesetzten Grenzstein, auf dem ich 2018 sitzend mein Aus erklärt hatte, hin zum Rondell, wo die Frauen nach nur etwa 2 km Mirkos Zustand erstmals kontrollierten, dann weiter zum Grenzadler!

Und jetzt dieses kleine große Glück einer warmen Erbsensuppe! Es wird weiter gehen, auch wenn uns die nur etwa fünf Kilometer Sommerwiese-Grenzadler wegen des Zwischenfalls, der Kontrolle und der Rast hier fast zwei Stunden an Zeit gekostet haben.
Neun weitere Starter/innen allerdings haben hier erkannt, dass das heute nicht ihr Tag sei.

Allzunah beim rennsteig-nonstop  Schmücke rennsteig-nonstop  Großer Beerberg, höchster Punkt des Rennsteigs  Sommerwiese beim rennsteig-nonstop

Kreislaufkollaps beim rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop, Grenzstein am Rondell  Rondell bei Oberhof, rennsteig-nonstop  Brücke am Rondell bei Oberhof

Samstag, 28. 08. 2021, 22:30 Uhr
Die Schicksalsbank am Trockenberg und "Jungs, ich habe eine schlechte Nachricht!"

Wir haben die Glasbachwiese erreicht, nur noch schlappe 25 km, gute vier Stunden, dann wäre das Unternehmen geschafft, spätestens um 3 Uhr sind wir im Ziel.

Nachdem Mirko sich richtig gut erholt hatte, ging es nach dem Grenzadler mit mir bergab. Ich mag diesen Abschnitt, der sich auch beim Rennsteiglauf, entgegengesetzt, so verdammt lange hinzieht, nicht. An der Neuen Ausspanne, km 122 nach unserer Messung, bin ich müde und schlapp, will, muss kurz schlafen, lege mich ins Auto. Dann passiert es!

Eine ungünstige Bewegung, mir schoss ein stechend scharfer Schmerz durch die rechte Körperhafte, ein Krampf, eine Zerrung, was auch immer! Verdammt, da waren sie dann doch die Zeichen meiner Krankheit von 2019, ich konnte kaum stehen, erst recht nicht einen Schritt machen, das rechte Bein war nicht mehr belastbar, es war aus!

Almuth wäre nicht Almuth, wenn sie hier nicht durchgegriffen hätte. Umklammerte mich, hob mich hoch: "Los, versuch's wenigstens!". Wieder ein Schrei vor Schmerzen, es ging nicht, sie hielt mich, noch ein Versuch, noch einer - der Krampf löste sich, nur ein stechender Schmerz im Hüftbeuger blieb. 
Erst langsam, dann zügiger, aber bis zum Ziel gezeichnet von diesem "Schlag" in die rechte Seite. ging es weiter. Es war wieder nicht aus! Was war das denn für ein Tag!

Ebertswiese, Heuberghaus, Trockenberg und dann stand sie plötzlich da: die Schicksalsbank von 2013, die Bank, auf der mir erklärt worden war, dass ich schlecht aussähe und es besser wäre, aufzuhören. Ich kann mich genau an den Moment erinnern, klar war ich geschafft, aber aufgeben? Daran hatte ich nie und nimmer gedacht!

Über diese Situation hatten wir mit Mirko und unserem Team oft und intensiv gesprochen: die Regeln waren glasklar - keiner spricht von Aufgeben, keiner holt uns aus dem mentalen Tunnel, in dem wir uns bei diesem Ultra bewegen, egal wie sch... wir aussehen oder drauf wären, egal, wie wir betteln, aufhören zu dürfen!
Sabine, unerfahren mit solchen Läufen, mit dem was sie an und mit ihrem Mirko hier erleben musste, hat mehrfach den Tränen nahe im Auto gesessen - aber den Mund gehalten!

Ich lasse mich an der Bank fotografieren, setze mich bewusst nicht, es ist auch niemand da, der neben mir sitzen würde!
Dann geht es weiter, wir bleiben in unserem "Tunnel" und tragen uns gegenseitig, jetzt zur halben Höhe des Großen Inselsberges. Dort ein kurzer Verpflegungsstopp, dann der Gipfel ... ich heule heimlich vor mir hin, als ich über den Gipfel bin, ich bin vorbei, ich bin an der besch... Stelle vorbei, an der ich acht Jahre zuvor ausgestiegen (worden) bin.
Heute geht es mir deutlich schlechter als damals, aber heute bin ich noch dabei!

Und jetzt an der Glasbachwiese sind es nur noch etwa 25 km, die würden schon gehen. Nur Almuths Worte lassen uns etwas verzweifeln: "Jungs, ich habe eine schlechte Nachricht. In etwa 1 1/2 Stunden fängt es wieder an zu regnen und dann hört es bis zum Ziel nicht mehr auf!"

DKB-Arena beim rennsteig-nonstop  Stein im Schuh auf dem Rennsteig  Neue Ausspanne rennsteig-nonstop Schuhwechsel beim rennsteig-nonstop



Schlafen beim rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop an der Neuen Ausspanne  rennsteig-nonstop, Bank an der Grenzwiese  rennsteig-nonstop, Aufstieg zum Großen Inselsberg

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Sonntag, 29.08.2021, 5:00 Uhr
Der Versuch, "nicht wegzuschwimmen", Freudentränen und Einfach-nur-ins-Bett-wollen

"Ich glaube, ich sehe eine Laterne!"
"Das wird aber auch Zeit, es reicht!"
"Ja, da vorn ist es!"
"Gott sei Dank ...!"
"Nee, das ist es doch nicht, wir müssen erst noch an der Kirche vorbei...!"

Egal, wir sind da, denke ich, die paar Meter machen's jetzt auch nicht mehr. Was Mirko und ich gerade veranstalten, hat nichts mit Joggen zu tun, selbst für wandern ist das zu langsam, wir tippeln, schleichen nur noch. Aber dann sehen wir es, das "Tor zum Rennsteig" und das unverkennbare Wort "Ziel".

Almuths schlechte Nachricht an der Glasbachwiese war falsch - es hatte sofort zu regnen begonnen! Kein Problem, wir waren ja inzwischen regeneerprobt, nur etwas war neu und heftig: der Nebel!
Regen, Wasserdampf, Nacht, Stirnlampen, das ist eine unglückliche Zusammenstellung - wir konnten kaum etwas sehen, erkennen. Und so schlichen wir die ca. 10 km zur Hohen Sonne durch den Dunst, immer in der Angst, sich auf diesem gut gekannten Weg doch noch zu verlaufen.

Kurze Rast, ein paar Löffel Kesselgulasch, dann waren es noch knapp 15 km. Jetzt musste das GPS-Gerät raus, diesen letzten Abschnitt kennen wir kaum, man hatte vor kniffligen Passagen gewarnt, sich zu verlaufen sei hier nicht unwahrscheinlich, also immer auf den Track achten.

Wieder Regen und Nebel, dann endlich der Vacher Stein, letzter Treff mit unserem Team.
Die Mädels waren hier von der Polizei angesprochen worden, ob alles in Ordnung sei. Als sie erklärt haben, was sie, was wir machen, meinte einer der Polizisten: "Na dann sollen die mal aufpassen, dass sie nicht wegschwimmen!" 

Nur noch 7 km, um vier wären wir da, meinte ich - und hatte nicht geahnt, dass es jetzt erst richtig bergab gehen würde.
Eine Nacht und ein weiterer Abend waren geplant, aber der zweite Abend war inzwischen zur zweiten Nacht geworden. Unsere Sinne spielten verrückt - wir sahen Dinge, die nicht da waren, hörten Stimmen anderer Läufer, schliefen beim Gehen ein.  Selbst der Gedanke, dass wir das Ziel erreichen würden, war nicht mehr belebend.

Aber dann die Laterne.
Die ersten Freudentränen, gleich würde es soweit sein.
Ich musste innerlich grinsen, weiß ja, dass Mirko genauso fertig ist, wie ich, und sage mit Blick auf extrem lange Ultraläufe: "Weißt Du eigentlich, dass du jetzt ein neues Hobby hast?"
Ohne eine Miene zu verziehen, wie aus der Pistole geschossen, meinte er: "Immer Nein sagen!"

Wir tippeln an unserem tollen Team, ohne das wir nie hier angekommen wären, vorbei ins Ziel, bleiben genau auf der Ziellinie stehen, fallen uns in die Arme. Es ist glockenschlaggenau 5 Uhr, für die letzten 7 km hatten wir 2 ½ Stunden gebraucht .

Ich heule vor Freude wie ein Schlosshund, Mirko klopft mir auf die Schulter und meint: "Alles gut, ich will nur noch ins Bett!"
Er wird erst am nächsten Morgen realisieren, was er, was wir, was unser Team vollbracht hat!

Hohe Sonne rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop, Start an der Hohen Sonne  rennsteig-nonstop, Vacher Stein  Regenguss am Vacher Stein beim rennsteig-nonstop

Carlsfeld beim rennsteig-nonstop  Hörschel, rennsteig-nonstop  rennsteig-nonstop Ziel im Tor zum Rennsteig  rennsteig-nonstop-Team Almuth und Aldo Bergmann, Sabine und Mirko Löbel

Sonntag, 29.08.2021, 14:00 Uhr
Wanderer, halt ein! Trag nach alter Sitte einen Stein zur Werra bitte!

Langsam, schwerfällig, treten wir durch das "Tor zum Rennsteig" an das Ufer der Werra, dorthin, wo der Rennsteig diesmal für uns endet. Die Werra, reich gefüllt vom Wasser dieser Tage, fließt zügig aber still dahin. Ich nehme diesen einen kleinen Stein, dem bei meinem Versuch von 2018 der Wurf in die Werra verwehrt war, in die Hand, ein letzter Blick darauf, weiß, dass es jetzt, endlich, Zeit für den Abschied ist.

Mirko schaut auf seinen Stein aus der Selbitz, nicht ganz zwei Tage war er in seinem Besitz.

Sabine und Almuth stehen zurückhaltend hinter uns, sie gehören eigentlich in unsere Arme, ohne sie wären wir in dieser Regenschlacht untergegangen, würden wir jetzt nicht hier stehen, sie haben unsere Steine genauso getragen, wie wir.

Wir zögern zunächst, quatschen ein bisschen blöd rum, dann geht es ganz schnell: drei, zwei, eins ...
Die Wellen der Einschläge verschwinden schnell, die Werra fließt weiter, als wenn nichts gewesen wäre.

Dabei ist viel gewesen, sehr viel!

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Worte des Dankes und einige Eckdaten

Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn man weiß dass das, was man geleistet hat, nicht zu vollbringen gewesen wäre, wenn da nicht Menschen wären, die deine Idee mit tragen, mit einem leiden, fiebern, leben und einen leben lassen:

Danke Mirko, für Deinen Mut, dieses Unternehmen zu wagen, mich zu unterstützen und für Dich ein großes Abenteuer zu erleben!

Danke Sabine, dass Du den Mut hattest, Mirko seinen Mut zu lassen, zu schweigen, leise zu leiden und uns unbeeinflusst leiden und erleben zu lassen.

Danke meine liebe Almuth, dass Du mir seit Jahren Mut für dieses Event gemacht hast, dass Dich meine Krankheit nicht abgehalten hat, dass Du mich am vermeintlichen Ende hochgehoben und gehalten hast, dass Du mehr als 35 Stunden da warst – ohne Dich und dein cooles Management wäre keiner von uns angekommen!

Danke Gunter Rothe für die nun schon Jahre währende Energie, dieses riesige Projekt immer wieder auf die Beine zu stellen und 2021 dem Pessimismus der Coronazeit aktiv zu trotzen!
Unser Versprechen gilt, wir sind beim „rennsteig-nonstop“ gern immer wieder dabei – allerdings „nur“ als Helfer.

Mein aktives Projekt „rennsteig-nonstop“ ist seit dem 29.08.2021, 5:00 Uhr beendet!

 

Einige Eckdaten für Interessenten:
Aufzeichnung mit GARMIN Forerunner 245 (regelmäßig während der Aktivität geladen)

Von 67 Starter/innen haben 36 das Ziel erreicht, Martin Amenat, Deutscher Meister im 24-Stundenlauf 2021, in 18:10 Stunden als erster, wir mit unserer Zeit als letzte. Von den Finishern haben es mit uns elf Teilnehmer/innen nicht in der ursprünglichen Cut-Off-Zeit von 29 Stunden geschafft.

Gemessene Strecke: 171, 21 km
Gestoppte Zeit: 35:03:51 Std. (Uhr später angehalten, im Ziel genau nach 35:00 Stunden)

Geschwindigkeiten
Durchschnitt - 12:17 min/km – 4,9 km/h
In Bewegung - 9:51 min/km – 6,1 km/h
Zeit in Bewegung: 28:05:51 Stunden (eine Stunde vorm eigentlich Cut-Off 😉)

Höhe
Aufstieg gesamt 3523 m
Abstieg gesamt 3745 m
tiefster Punkt 198 m
höchster Punkt 972 m

rennsteig-nonstop - Strecke und Höhenprofil

 

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